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Weiterempfehlung, Empfehlungsmarketing & BGH-Urteil: Abmahnrisiko bewerten

Vorab: Dieser Artikel stellt keinerlei Rechtsberatung oder Empfehlung seitens FLYMINT dar, sondern versucht eine Zusammenfassung verschiedenster Blickwinkel der Juristenprofis auf den Sachverhalt “Weiterempfehlung per Email” geben.

Der BGH hat durch sein Urteil zum Thema Weiterempfehlung via Email (http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20208/12) die Dialogbranche und Marketingexperten aufgerüttelt. Da unser FLYMINT-Dialogtool auch für derartiges Marketing eingesetzt werden kann, um systematisch Kunden-werben-Kunden-Projekte oder auch einfach nur Weiterempfehlungen auf Produktdarstellungen und Dienstleistungen zu lenken, haben wir uns mit dem Thema näher befasst.

Denn letztlich steht die Frage nach den verbleibenden Möglichkeiten von Empfehlungsmarketing via Email & Co. Hierzu haben wir einige Bewertungen und Ressourcen der Fachwelt zusammengetragen:

- Empfehlungs-Emails-Checkliste der Schwenke-Rechtsanwaltskanzlei / Thomas Schwenke (Quelle: http://rechtsanwalt-schwenke.de/abmahnungsrisiko-tell-a-friend-empfehlungsemails-checkliste/)

  • Eine E-Mail pro Empfänger
  • Einschränkungen beim Absender
  • Geschlossene Nutzersysteme
  • Blacklist
  • Protokollierung
  • Sperrlink
  • Empfehlender Nutzer als Absender
  • Keine Werbung
  • Keine Incentives
  • Hinweise an Nutzer

- Zulässige Ausnahmegestaltungen sieht freshfields.com wie folgt (PDF/Quelle: http://www.freshfields.com/uploadedFiles/SiteWide/Knowledge/37260.pdf)

… Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Produktempfehlung in den Kontext privater Kommunikation eingebunden wird und in Gestalt einer persönlichen Botschaft des Absenders beim Empfänger erscheint. ..

- RDP Rechtsanwälte / RAin Michaela Berger (Quelle: http://www.rdp-law.de/blog/weiterempfehlungsfunktion-tell-a-friend.html)

… Wohl stellt eine Mail, die der empfehlende Dritte von der Website des Unternehmens über seinen eigenen Mailanbieter versenden kann (mailto), in der dann ein Link der Website des Unternehmens angeheftet ist, eine letzte Grauzone dar. …

- David Ziegelmayer sieht jedoch aufgrund des Leitsatzes des BGH kaum noch “Luft” für Standard-Email-Empfehlungsmöglichkeiten seitens der Unternehmen (Quelle: http://www.cmshs-bloggt.de/gewerblicher-rechtsschutz/dont-tell-your-friends-riskantes-empfehlungsmarketing-per-mail/)

… Schafft ein Unternehmen auf seiner Website die Möglichkeit für Nutzer, Dritten unverlangt eine sogenannte Empfehlungs-E-Mail zu schicken, die auf den Internetauftritt des Unternehmens hinweist, ist dies nicht anders zu beurteilen als eine unverlangt versandte Werbe-E-Mail des Unternehmens selbst. …

 

Weitere grundlegend unterschiedliche Meinungen/Bewertungen konnten wir aktuell nicht ausmachen.Daher seien die o.g. Links stellvertretend für das gesamte Meinungsspektrum der Juristen genannt.

Fazit

Zusammenfassend bleibt also festzuhalten, dass die Rechtslage äußerst unsicher und unklar geworden ist. Selbst Fachjuristen bewerten die Sachlage doch in der Konsequenz für die Unternehmen äußerst unterschiedlich (von: “Geht gar nicht mehr” – bis: “Es gibt noch Grauzonen”). Eine klare 100%ig hieb-und-stichfeste Vorgehensweise kann nicht lokalisiert werden.

In der Praxis ist momentan zu beobachten, dass Unternehmen nun dazu übergegangen sind, die sog. “mailto” HTML-Tags für die Weiterempfehlung von Websitelinks zu nutzen. Bei dieser Form wird der jeweilige Email-Client (Emailprogramm) des Empfehlungsgebers als Versendesoftware genutzt und damit der Empfehlungslink direkt in die private Email-Kommunikation von Empfehlungsgeber und Empfehlungsempfänger eingebettet.

Es bleibt also nach wie vor abzuwarten, ob sich in Zukunft noch gängige Möglichkeiten der Email-Empfehlung ergeben.

Enden möchten wir daher mit einem Zitat von Herrn Thomas Schwenke (Quelle: http://rechtsanwalt-schwenke.de/abmahnungsrisiko-tell-a-friend-empfehlungsemails-checkliste/):

Den Aufwand für die technische Umsetzung und die verbleibenden rechtlichen Gefahren müssen Sie mit den wirtschaftlichen Vorteilen Ihrer Empfehlungsemails aufrechnen. Nur, wenn sich die Empfehlungsemails dann wirtschaftlich immer noch lohnen, kommt deren Einsatz überhaupt in Frage.
 
 
 

Linktipp: Warum Online-Werbung nicht funktioniert

Es ist wie immer: Das Neue wird in Allherrlichkeit und All-Erlösungsphantasien bejubelt und verehrt. Das Alte gilt als alt, überholt und untauglich für die Zukunft. Einbahnstraßen-Denker und Komplexitätsverweigerer hoffen auf Erlösung. Vergebens.

Denn: Es wird vergessen, dass das Neue zumeist auch nur eine (1) neue Variante der Evolution darstellt. Damit neue Nischen besetzt, die vorher nicht besetzt wurden oder besetzt werden konnten. Das Alte existiert nach wie vor und hat auch nach wie vor seine Berechtigung. Selten stirbt das Alte aus. Das Neue erhöht die Komplexität und die Möglichkeiten.

Unter diesem Aspekt sei folgender kurzer Artikel empfohlen:

http://www.wuv.de/blogs/mrmedia/warum_online_werbung_nicht_funktioniert

Für alle geeignet, die komplex denken können! ;)

Kategorien:Dialog & Marketing

Beispiel einer etwas anderen Startseiten-Galerie: Veritas AG

Interessante Möglichkeit, wie man durch ein kleines spielerisches Element (in diesem Fall eine 3D-Simulation durch Mouseover) seine Startseiten-Galerie emotionaler und aufmerksamkeitsstark “Veredeln” kann:

http://www.veritas.ag

Bild

Kategorien:Design Schlagworte: , , , , ,

PURL-Marketing: Geschlechtsspezifische Unterschiede

Eine Analyse von insgesamt 157.887 zufälligen Datensätzen in unserem PURL-Marketingtool (dialogtool.com) ergab folgendes interessantes Ergebnis:

PURL-Marketing - geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede

Untersuchung und Datenanalyse im PURL-Marketing: Geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede bei Onlineresponse und Durchklickverhalten

Während die mittels PURL angeschriebenen Männer zu 25,99% online gingen, war der Anteil der angeschriebenen Frauen, die auf die PURL-Maßnahme reagierten mit 16,09% deutlich niedriger.

So richtig spannend wird die Sache jedoch erst, wenn man sich die resultierenden Durchklickraten ansieht. Hier dominieren die Frauen mit 28,04% Durchklickrate eindeutig die Männer (18,85%).

Nimmt man die letztlich resultierende Erfolgsrate (Anteil der “Durchklicker” zur Anzahl der Angeschriebenen) so ergibt sich dann wiederum ein nahezu identisches Bild: Die Erfolgsrate der Frauen liegt mit 4,51% nur 0,39% unter der Erfolgsrate der Männer (4,90%).

Resümierend bleibt also festzuhalten:
Wenn Frauen einmal online gehen, ist die Wahrscheinlichkeit des Durchklickens deutlich höher, als bei Männern.
Männer allerdings bekommt man “leichter” online, muss jedoch bei ihnen mit höheren Abbruchraten rechnen. Folglich muss man bei der Ansprache seiner (potentiellen) Kunden mittels PURL-Marketing darauf achten, wie sich die Zielgruppe zusammensetzt. Gerade auch das Ziel einer PURL-Kampagne sollte genau definiert werden. Denn letztlich ist wiederum die resultierende Erfolgsrate nahezu geschlechtsneutral.

Eine unterschiedliche Ansprache der Geschlechter scheint auf Basis der Untersuchung durchaus Sinn zu machen und sollte ggf. mit einem entsprechenden A/B-Splittest untersucht werden.

Versuch einer Interpretation des Ergebnisses:

  1. Männer werden häufiger angeschrieben als Frauen, weil die Anzahl der Männer in Entscheiderpositionen deutlich höher ist. Daher der vergleichsweise hohe Männer-Anteil von 71,53% in der Stichprobe. (Hintergrund: ca. 90% aller FLYMINT-Dialoge und damit Datensätze sind B2B-Vertriebskampagnen.)
  2. Männer scheinen deutlich neugieriger zu sein, was die deutlich erhöhte Online-Responserate erklären könnte. (Männer: 25,99%; Frauen: 16,09%)
  3. Wenn Frauen online gehen, klicken diese sich konsequenter bis zum Schluss durch. Männer brechen deutlich eher ab. Die Gründe könnten liegen in:
  4. Männer wollen mehr unterhalten werden.
  5. Frauen fühlen sich bei emotionaler Ansprache deutlich wohler.
  6. Männer wollen schneller zum Punkt kommen; sind schneller gelangweilt.

Mister Mailing: Eine kurze Analyse – Lieferzeiten und Preise

25. Juni 2012 4 Kommentare

“Blitzschnell beim Empfänger!” – Mit diesem Slogan wirbt Mister Mailing und widerspricht sich (fast) gleich selbst, denn 6 Tagen Auslieferungszeit kann man letztlich nicht gerade als “Blitz” bezeichnen. ;)

Jedoch muss man Mister Mailing zu Gute halten, dass in dieser Lieferzeit bereits der Druck und die damit verbundene Zeit schon inkludiert sind. In Summe wird man davon ausgehen, dass Beauftragung in der einen Woche und die Auslieferung in der Folgewoche stattfinden. Insofern kann man zwar nicht von “Blitz” sprechen, jedoch von einer “zügigen Produktion samt Auslieferung”.

Sehr spannend ist auch, was sich wohl hinter der Option “Personifizierung Ihres Mailings” verbirgt. Ob dann das personifizierte Mailing beim Angeschriebenen zur Tür hineinkommt?! In diesem Fall wäre es ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und könnte durchaus zu hohen Direktresponses seitens der Kunden führen … ;)

In jedem Fall ist die maximale Auslieferungsmenge momentan auf eine Auflage von 30.000 Stück begrenzt. Preislich liegt die Plattform aus unserer Sicht akzeptabel, jedoch nicht mit absoluten Kampfpreisen am Start.

Mister Mailing Beispiel: 10.000 x Postkarte A6 – 148 x 105 mm = 880,- EUR (exkl. Porto)
Unser Referenz Beispiel*: 10.000 x Postkarte 162 x 114 mm = 798,- EUR (exkl. Porto)

*) Rahmenangebot einer unserer Drucklieferanten.

Preise Mister Mailing Beispiel vom 25.06.2012

Preise eines Mister Mailing – Beispiels vom 25.06.2012 für Postkarte

Mister Mailing ist damit ca. +13% teurer im Bezug auf unseren Referenzpreis. Zumal unsere Postkartenversion deutlich wertiger und etwas größer ist. Ein unmittelbarer Vergleich könnte wahrscheinlich noch höhere Kostennachteile aufdecken – so die Vermutung.

Mister Mailing eignet sich demnach als klassische Plattform für Selbstbedienung. Für alle die, dies einfach und ohne großes Federlesen wollen. Klicken – kaufen – zahlen – versenden. Preislich eher etwas teurer, was wir jedoch bisher nur für ein Produkt verglichen haben.

Wer hat bereits Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns über erste Erfahrungsberichte …

Kategorien:Dialog & Marketing

FLYMINT-Mailings: Warum Papier die Nase vorn hat … und vernetzt werden muss!

Kurz auf den Punkt: Echte Briefe haben eine höhere Erinnerungswirkung, als digitale Darstellungen am Bildschirm. Diese Erkenntnis propagierte Prof. Siegfried Vögele im Rahmen einer Feier zum zehnjährigen Bestehen seines gleichnamigen Instituts. (Quelle: www.onetoone.de)

Interessant aus Sicht von FLYMINT ist seine Aussage des klassischen Mailings als “Premium-Kanal” und bestätigt, dass gerade hochwertige Dialoganstöße (z.B. durch handschriftliche Briefe) sehr erfolgreich in der Kundenansprache sind.

Ebenso kann aus FLYMINT-Sicht bestätigt werden, dass die intelligente Vernetzung von Print und Online (Print-to-Web) gewinnbringend im Sinne von Aufmerksamkeits- und Erinnerungssteigerung wirkt. Nicht zuletzt die Rückkopplungsmöglichkeiten in die Offlinewelt hinein durch eine intelligente Online-Dialogführung runden den Gesamtprozess einer erfolgreichen Kundenkommunikation ab. So werden (potentielle) Kunden in eine viel breitere Erlebniswelt des Werbenden einbezogen und mit diesem Unternehmen in Beziehung gebracht. Der Kunde kann das Unternehmen so besser wahrnehmen, fühlen und verbindet Emotionen mit der Unternehmensmarke und dem Produkt.

Hier der Beispielprozess für ein Autohaus bei der Markteinführung eines neuen Modells:

1. Kunde erhält einen personalisierten handschriftlichen Brief.
Maxi: “Wow! Da hat sich jemand Mühe gegeben.”

2. Im handschriftlichen Brief wird ihm der Besuch seiner persönlichen Webseite schmackhaft gemacht: –> http://www.dialogtool.com/Maxi-Muster (PURL-Marketing)
Maxi: “Jetzt bin ich neugierig. Was sich da wohl dahinter versteckt?”

3. Dem Kunden wird das neue Modell multimedial präsentiert
Maxi: “Cooles Design! Aha, und eine Einparkhilfe serienmäßig.”

4. Der Kunde kann sich selbst in Ruhe das neue Modell online “ansehen & bestaunen”
–> z.B. mittels Konfiguratoren und 3D-Modellen
Maxi: “Also in Weiß mein absolutes Traumauto!”

5. Der Kunde kann per Klick eine Probefahrt ordern!
Maxi: “Den will ich Probefahren!”

6. Kunde erhält sofort einen Anruf zur Terminabstimmung einer Probefahrt
Maxi: “Super! Was für ein Service. Das ging aber schnell!”
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Die Kombination von online/offline, von push/pull sowie von anonymem/persönlichem Kontakt zum Autohaus zeigt die Vielfältigkeit der Wirkungsmöglichkeiten einer derartigen Kontaktstrecke.

Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass derartige Kommunikationsprozesse den Kunden aktiv einbeziehen. Dadurch erhält der Kunde einen Teil der Kontrolle der Kommunikation. Er entscheidet selbst, ob und wie tief er in die Kommunikation einsteigt und sich einlässt.

Das hochwertige klassische Mailing ist somit auch als Gegenentwurf zu einer gefühlt “billigen” Emailvariante (i.d. Wahrnehmung: “Emails kosten nix”) zusehen. Kunden honorieren dies … wie wir jeden Tag hier bei FLYMINT erleben!

Kategorien:Dialog & Marketing

Test Ihrer Website auf Tauglichkeit für mobile Endgeräte

Unter http://www.startmobile.de/ ist ab sofort ein interessantes Tool zum Testen von mobilen Websiten verfügbar.

Powered by Google. ;)

Onlinetool zum Testen von Websites und Internetseiten auf mobilen Endgeräten

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